Besprechungen

Belletristik (29 Titel)

* Bachér, Ingrid: Das Kind und die Katze.
Ill. von Rotraut Susanne Berner.
München: Hanser, 2017.
Unpag., geb., Fr. 16.50.
(978-3-446-25476-3).
Angst im Dunkeln.
Welches Kind kennt dieses beklemmende Gefühl nicht?! Auch das namenlose Mädchen in dieser kurzen Geschichte erlebt, dass die Nacht finster und zum Fürchten sein kann. Die Eltern sind unterwegs und noch nicht zurück. Einzig die Katze ist im Haus.
Wie das Kind seine Ängste überwindet und wie die Fantasie es stärker macht, davon erzählt diese ungewöhnliche, poetische Gute-Nacht-Geschichte. Susanne Rotraut Berner hat dazu einfache, mit starken Farben gestaltete Bilder gefunden, die die erzählte Geschichte wunderbar ergänzen und weiterführen. Ein kleiner, feiner Bilderbuch-Schatz.
K Mädchen Mut Bilderbuch. Ab 5, e. RH
* Kermani, Navid: Ayda, Bär und Hase.
Ill. von Karsten Teich.
München: Hanser, 2017.
150 S., geb., Fr. 16.50.
(978-3-446-25481-7).
Navid Kermani wurde 1967 in Siegen als vierter Sohn iranischer Eltern geboren, welche 1959 in die Bundesrepublik Deutschland eingewandert waren. Er hat die deutsche und die iranische Staatsbürgerschaft. Er weiss daher, was es bedeutet in zwei Kulturen aufzuwachsen. Kermani gilt seit Jahren als wichtige politische Stimme in Deutschland. 2015 erhielt er den Friedenspreis des deutschen Buchhandels. Seine Bekanntheit bewog den Hanser Verlag, ein Kinderbuch, das Kermani vor zehn Jahren geschrieben hat, mit einem pfiffigen Cover erneut auf den Markt zu bringen.
Seine frische Mut-mach-Geschichte erzählt von Ayda: Ayda ist fünf Jahre alt und lebt in Köln in einem multikulturellen Viertel. Sie kann schon sehr viel. Zum Beispiel Gedichte aufsagen, bis 23 rechnen und sie kann zwei Sprachen, nämlich Deutsch und Persisch. Ayda kennt sogar ein türkisches Wort: "üzüntülü", was so viel wie "betrübt" bedeutet. Genau das ist Ayda oft, weil ihre Freunde aus dem Kindergarten sie nie mitnehmen, wenn sie mit den Fahrrädern unterwegs sind. Also macht sich Ayda allein auf den Weg und trifft auf Bär und Hase. Eine schöne und ungewöhnliche Freundschaft zwischen den dreien beginnt - trotz der grossen Unterschiede.
Einsamkeit, Trauer, Mut und Glück sind die Themen von Kermani. In dieser heiteren, humorvollen Erzählung gelingt es ihm spielend, diese Themen auch für Kinder verständlich und nachvollziehbar zu machen.
K Aussenseiter Freundschaft Tier. Ab 6, s.e. RH
* Karimé, Andrea: King kommt noch.
Ill. von Jens Rassmus.
Wuppertal: Peter Hammer, 2017.
36 S., geb., Fr. 13.50.
(978-3-7795-0568-6).
"King kommt noch! ", sagt Mama. Und klingelingeling läuten ihre Ohrringe, die aus Glöckchen sind. So etwas Schönes hat Mama hier noch nie gesagt. Wir sind nämlich seit drei Tagen in einem neuen Land. Nur King ist nicht mitgekommen.
King ist der Hund, den die Flüchtlingsfamilie nicht mitnehmen konnte. Der Junge wartet jeden Tag darauf, dass King die Flucht auch geschafft hat und bei ihnen in der neuen Strasse, in diesem fremden Ort, in diesem unbekannten Land eintreffen wird.
In einfachen Sätzen wird erzählt, wie der Junge seine Umgebung beobachtet, sich Gedanken macht zu den Vorgängen, die er nicht versteht und sich ausmalt, wie er seinem Hund die neue Situation erklären könnte. Es sind unspektakuläre Alltagsbegebenheiten, die umso deutlicher machen, wie schwer es ist, sich nach einer Flucht in einem fremden Land ohne Sprachkenntnisse zurechtzufinden. Die zurückhaltenden Illustrationen von Jens Rassmus treffen die Stimmung dieses Buches perfekt.
K Flüchtling Junge Tier Hund. Ab 7, e. RH
* Stronk, Cally: Leonie Looping, Das Geheimnis auf dem Balkon.
Ill. von Constanze von Kitzing.
Ravensburg: Ravensburger, 2017.
93 S., geb., Fr. 15.90.
(978-3-473-36510-4).
Leonie, genannt Leo, verbringt ihre Ferien bei Oma Anni und lernt auf deren verbotenem Balkon zwei reizende Schmetterlings-Elfen kennen. Ein hübsch illustriertes Buch für kleine Lese-Anfängerinnen.
K Feen. Ab 7, e. AG
* Steinhöfel, Andreas: Rico & Oskar - Fische aus Silber.
Hamburg: Carlsen, 2017.
Unpag., geb., Fr. 14.90.
(978-3-551-55687-5).
Rico und Oskar sind Freunde. Bis sie echte Freunde wurden, mussten sie drei grosse Abenteuer bestehen. In denen ging es um Tieferschatten, um Herzgebreche und um Diebstahlsteine. Die drei Bücher waren so erfolgreich, dass sie verfilmt wurden und Rico und Oskar nun richtige viele Fans haben.
Neu sind Rico und Oskar auch in der "Sendung mit der Maus" zu sehen. Aus diesen Trickfilmen entsteht nun eine kleine Comicreihe mit den beiden Berliner Jungs und ihren Freunden aus Kreuzberg.
In diesem ersten Band geht es um "Untermieter". Im Badezimmer entdecken Rico und Oskar kleine Wesen. Wer sind sie und woher kommen sie? Und können die beiden etwas für die quicklebendigen Silberfischchen tun?
Eine humorvolle, informative und einfache Lektüre, auch für Leseanfänger geeignet.
K Comic Freundschaft Lustiges. Ab 8, e. RH
* Peers, Bobbie: William Wenton und die Jagd nach dem Luridium.
A. d. Norweg. von Gabriele Haef.
Hamburg: Carlsen, 2017.
237 S., geb., Fr. 21.90.
(978-3-551-55367-6).
William lebt seit acht Jahren mit seiner Familie in Norwegen. Bis eines Tages Williams Opa spurlos verschwand, lebten sie in London. Leider mussten sie dieses fluchtartig verlassen und unter falschem Namen in einer kleinen Stadt in Norwegen zu leben. William weiss nicht, was damals geschehen ist und wünscht sich eines Tages die Wahrheit zu erfahren und seinen Opa wiederzusehen. In der Schule fühlt sich William nicht sehr wohl, denn er hat keine Freunde. Am liebsten ist er zu Hause, liest Bücher und versucht schwierige Rätsel zu lösen. Als eines Tages eine Unlösbarkeitsausstellung stattfindet, gelingt es William den schwierigsten Code der Welt zu lösen. Daraufhin müssen er und seine Familie fliehen, denn William soll wegen seiner Gabe entführt werden. Schliesslich landet William im Institut für Posthumane Forschung und erfährt dort, dass sein Opa der beste Kryptologe der Welt und einer der Gründer des Instituts ist. Das Institut sucht jedes Jahr gute Codeknacker, welche die Welt vor Luridium zu beschützen sollen. William, der gerne Codes knackt, ist begeistert und macht sich mithilfe eines Orbis und Iscia einer Codeknackerin an die Arbeit. William taucht in eine Welt voller Technik und Geheimnisse ein, gerät in Gefahr und erfährt einiges über sich und seine Familie.
Eine spannende Actiongeschichte über Kryptologie, Technik und ein Familiengeheimnis. Der locker und leichte Schreibstil, lässt die technischen Details und Codes einfach und verständlich erscheinen. Ein interessantes, abwechslungsreiches, mitreissendes Buch mit vielen Rätseln und Geheimnissen, welches man nicht gerne aus der Hand legt.
K Action; Kryptologie. Ab 10, s.e. PP
* Schlenz, Kester: Jagd über das Teufelsmeer - Das neue Abenteuer der Geister-Gang.
Ill. von Max Meinzold.
Ravensburg: Ravensburger, 2017.
182 S., geb., Fr. 21.90.
(978-3-473-36955-3).
Vor einiger Zeit haben die Freunde Till, Meck und Bea eine Hexe namens Madame Malus geärgert und wurden zur Strafe in eine andere Welt gezaubert. Mithilfe des Geistes von Pirat Störtebeker, dem sprechenden Spatz Horst und dem Vampirhörnchen Stribbi ist ihnen jedoch die Flucht gelungen. Wieder zurück in der realen Welt haben sie die Geistergang gegründet, welche sich regelmässig im Keller einer Geisterbahn trifft. Eines Tages öffnet sich unerwartet, dass Tor zur andern Welt und die Meck wird, hingezogen und von den Untoten Hosen einer Zombiearmee entführt. Die Geistergang ist sich einig, Meck muss schnellstens gerettet werden, und stürzen sich Hals über Kopf in eine abenteuerliche Rettungsmission.
Dabei treffen sie auf allerlei skurrile Wesen. Ein Nuschel weist ihnen den Weg über das Teufelsmeer und eine Seegurke stellt ihnen ein Boot zur Verfügung. Schnell macht sich die Geistergang auf den Weg um ihren Freund Meck zu retten und trifft dabei auf allerhand merkwürdige Wesen, gerät in Gefahr und muss mit dem grossen Zombiekönig Verwesius dem Ersten verhandeln.
Eine humorvolle Geschichte mit allerlei skurrilen Figuren und gruseligen Schauplätzen. Der mit witzigen Wortspielen gespickte Text lässt sich leicht und flüssig lesen und wird mit gelungenen Illustrationen verbildlicht. Empfehlenswert für Freunde von humorvollen Gruselgeschichten.
K Gruseln. Ab 10, e. PP
* White, Wade Albert: Saint Lupin's Academy - Zutritt nur für echte Abenteurer!.
A. d. Engl. von Ulrike Köbele.
Stuttgart: Planet!, 2017.
370 S., geb., Fr. 21.90.
(978-3-522-50543-7).
Anna wohnt im tristen Waisenhaus Saint Lupin, welches von einer unfreundlichen und bösartigen Oberin geleitet wird. In Saint Lupin müssen die Kinder in Bergwerken arbeiten und werden für jeden noch so kleinen Regelverstoss hart bestraft. Doch es besteht Hoffnung, den alle Kinder erhalten die Chance für eine Abenteuerakademie ausgewählt zu werden oder sie erhalten mit 13 Jahren eine Schiffsfahrkarte und können damit das Waisenhaus verlassen. In diesem Jahr fällt die Abreise des Schiffes auf Annas Geburtstag und sie ist überzeugt, dass sie das Waisenhaus zusammen mit ihrer Freundin Penelope verlassen kann. Leider hat sie sich getäuscht, den in diesem Jahr wird die Abreise vorverlegt und Anna erhält keine Fahrkarte. Anna nimmt allen Mut zusammen und stellt die Oberin zur Rede. Doch diese bleibt hart und erklärt, dass Anna noch ein Jahr in Saint Lupin bleiben muss. Daraufhin beschliessen Anna und Penelope, gemeinsam zu fliehen. Irgendwie muss es doch gelingen, Anna auf das Schiff zu schmuggeln. Während sie ihren Fluchtplan aushecken, kommen ihnen Jocelyn, die Lehrerin für Mythologie der Todesberg-Abenteuerakademie und der Drache Nana zu Hilfe. Gemeinsam gelingt ihnen die Flucht und sie landen mitten in einer Abenteuermission, die Anna innert drei Tagen erfüllen muss. Zum Glück erhält sie Unterstützung vom Zauberer Hiro, der ihr mit Rat und Tat zur Seite steht. Anna und ihrer Freunde, reisen mit Hilfe von Drachenfeuerbällen umher und begegnen Zombiehaie, Sandwölfe und lebenden Ritterrüstungen. Ob es ihnen wohl gelingt, die Mission zu erfüllen?
Eine spannend und lustige Fantasyabenteuergeschichte, welche einem bis zur letzten Seite fesselt und mitfiebern lässt. Der Schreibstil ist lebendig, locker und lässt sich flüssig lesen. Die Charaktere und die Orte sind ebenso detailliert, lebhaft und kreativ beschrieben wie die Situation und Erlebnisse. Insgesamt eine lustige Geschichte, die auf eine Fortsetzung hoffen lässt.
K Abenteuer; Fantasy. Ab 10, e. PP
* Grey, C. R.: Animas Academy - Die verschollene Prophezeiung.
A. d. Amerikan. von Stefanie Mierswa.
München: dtv junior, 2017.
347 S., geb., Fr. 21.90.
(978-3-423-76167-3).
Der zwölfjährige Ben Walker lebt in Aldemar und soll in die Fairmount Academy gehen. Ben ist darüber nicht sehr glücklich, denn er ist sich seiner Anima noch nicht bewusst. Jeder Bewohner von Aldemar hat eine Anima, ein ganz bestimmtes Tier, welches sein Seelenfreund ist. Ben wird von seinen Adoptiveltern ermutigt, die Academy zu besuchen und dort seine Anima zu finden. Also macht sich Ben mit der Rigimotive auf die zweitägige Reise. Unterwegs trifft er Hal und freundet sich mit ihm an. Kaum sind sie in der Academy angekommen, lernen sie Tori Anima Schlange, Phia Anima Falke und den Lehrer Tremelo Loren Anima Fuchs kennen. Ben ist begeistert, denn Tremelo soll wahre Wunder bewirken und er hofft, mit dessen Hilfe seine Anima zu finden. Ausserhalb der Academy treibt Viviana, die Tochter des ermordeten Königs Melore ihr Unwesen und versucht mit allen Mitteln die Herrschaft über Aldemar zu erlangen. Doch das ist gar nicht so einfach, denn ein alter Seher und sein Lehrling Gwen, versuchen dies zu verhindern. Dabei treffen sie auf Ben und erzählen ihm von einer Prophezeiung, welche ihn betreffen soll. Obwohl Ben an der Echtheit der Geschichte zweifelt, macht er sich mit seinen Freunden auf die Suche nach der Wahrheit und hofft dabei auch seine Anima zu finden.
Eine fantasievolle Geschichte die an Harry Potter und an die Buchreihe Spirit Animals, erinnert. Insgesamt jedoch eine spannende Geschichte mit interessanten Charakteren und unheimlichen Schauplätzen. Der flüssige Schreibstil ist gut lesbar und lässt den Leser mitfiebern. Nach einem gut gelungenen rasanten Start flacht die Spannung im Verlauf der Geschichte etwas ab, nimmt jedoch gegen Ende des Buches wieder zu. Das allzu offene Ende der Geschichte dürfte nicht allen Leser gefallen, bietet dafür aber viel Platz für die eigene Fantasie.
K Fantasy. Ab 11, e. PP
* Rohan, Jason: Kuromori - Das Schwert des Schicksals.
A. d. Engl. von Jacqueline Csuss.
Ravensburg: Ravensburger, 2017.
374 S., geb., Fr. 24.90.
(978-3-473-36953-9).
Kenneth Blackwood genannt Kenny, sitzt in einem Flugzeug Richtung Tokio. Dort soll er seinen Vater besuchen. Kurz vor den Landeanflug erhält er einen Brief von seinem Grossvater und eine Holzpfeife. Nachdem er den Brief gelesen hat, probiert er die Pfeife aus. Leider funktioniert sie nicht, oder hat das Klopfen und Kratzen im Gepäckfach über ihm, etwas mit der Pfeife zu tun. Als Kenny das Gepäckfach öffnet, sieht er ein Pelztier und fängt an zu schreien. Als ihm die Menschen aus dem Flugzeug zu Hilfe eilen, muss er feststellen, dass diese das Tier nicht sehen können. Kaum in Tokio gelandet, wird Kenny von Sato abgeholt, welcher wissen will, weshalb Kenny von seinem Grossvater nach Tokio geschickt wurde. Als Kenny diese Frage nicht beantwortet, wird er in ein Auto verfrachtet und soll ins Hauptquartier gebracht werden. Unterwegs wird Kenny von Kiyomi befreit und zum Haus ihres Vaters Haraschima gebracht. Dort erfährt Kenny von einer uralten Prophezeiung, einer Bedrohung für seinen Heimatort und eine Geschichte über seinen Grossvater. Die Prophezeiung besagt, dass Kenny als Einziger in der Lage ist, dass Schwert des Schicksals zu finden und ein grosses Unglück zu verhindern. Also macht sich Kenny mit Hilfe von Kiyomi und Freunden seines Grossvaters auf die Suche nach dem Schwert des Schicksals. Dabei begegnet er Geisterwesen und Göttern, gerät in Gefahren und erlebt seltsame Abenteuer.
Eine spannende Geschichte über einen Jungen, der lernen muss, seine eigenen Grenzen zu überwinden, um erfolgreich zu sein. Die interessanten und bildhaft beschriebenen Charaktere und Orte lassen den Leser in eine fantastische Welt eintauchen und ermöglichen es die Geschichte hautnahe mitzuerleben. Der flüssige mit japanischen Wörtern gespickte Text lässt sich leicht lesen und die meisten japanischen Begriffe werden in den folgenden Sätzen beschrieben oder können im Glossar am Ende des Buches nachgeschlagen werden. Insgesamt ein gelungener Auftakt, der viel zu schnell zu Ende ist.
K Fantasy; Japan; Götter. Ab 11, s.e. PP
* Am Freitag sehen wir uns wieder.
Wuppertal: Peter Hammer, 2017.
207 S., geb., Fr. 23.90.
(978-3-7795-0569-3).
Die 14-jährige Juni, eigentlich Junika, stösst auf einen Flüchtlingsjungen aus Somalia. Weshalb versteckt dieser sich auf dem Friedhof? Wovor läuft er weg? Sahal braucht Junis Hilfe, aber dazu muss sie sich, um den Flüchtling nicht zu verraten, die krassesten Lügengeschichten von ganz Berlin und Potsdam ausdenken und dabei das Vertrauen ihrer Eltern aufs Spiel setzen. Sahal lebt in ständiger Angst im fremden Deutschland, das er nach einsamer, langer Flucht erreicht hatte und wo er wohl bald wieder ausgewiesen wird. Seine Kindheit hat er verpasst. Aber Juni riskiert alles, um dem unglücklichen Jungen zu helfen. Eine eindrückliche Geschichte, welche Jugendliche zum Denken anregt.
J Flüchtlinge. Ab 12, s.e. AG
* Cheng, Jack: Hallo Leben, hörst du mich?.
A. d. Amerikan. von Bernadette Ott.
München: cbt, 2017.
379 S., geb., Fr. 22.90.
(978-3-570-16456-3).
Alex liebt den Weltraum. Er plant, eine Rakete zu bauen, diese ins All zu schicken, um damit den Ausserirdischen mit seinen irdischen Nachrichten auf dem i-Pod das Leben auf der Erde zu erklären. Ihnen kann Alex sogar Geheimnisse verraten, welche keine Menschenseele wissen darf. Alex lebt nämlich auf sich selbst gestellt mit seiner kranken Mutter zusammen. Eindrücklich erzählt der spannende Jugendroman von der Suche des Jungen nach dem Glück auf der Reise von Colorado bis Kalifornien. Zusammen mit seinem Hund findet er Freunde und Familie.
J Weltraum, Freundschaft. Ab 12, e. AG
* Dunker, Kristina: Ins Blaue hinein.
Münster: Coppenrath, 2017.
242 S., brosch., Fr. 18.90.
(978-3-649-66988-3).
Merle verbringt ihre Ferien bei den Grosseltern am unberührten, geheimnisvollen Waldsee und lernt dort einen unglaublich liebenswerten Freund kennen, welcher für alle fantastischen Abenteuer zu haben ist. Dank diesem Felix wird Opas Geschichte vom tief auf dem Seegrund lebenden uralten Fisch zu einem echten Ferien-Märchen. Eine fröhliche Sommergeschichte.
J Freundschaft. Ab 12, e. AG
* Wolk, Lauren: Das Jahr, in dem ich lügen lernte.
A. d. Engl. von Birgitt Kollmann.
München: Hanser, 2017.
266 S., geb., Fr. 22.90.
(978-3-446-25494-7).
Es geschah im Herbst 1943, als Annabelles bisher so beschauliches Leben im kleinen Dorf in der Nähe von Pittsburgh ins Trudeln geriet. Und das nicht wegen des Krieges, der viel Furcht auslöste, sondern wegen dem bösen, gemeinen Mädchen, welches in die Gegend gezogen war. In Ich-Form erzählt die mutige Annabelle, wie sie in all ihren Ängsten von der liebevollen Mutter und der ganzen grossartigen Familie unterstützt wird, wie jedoch ihre sonst so stabile Welt aus den Fugen gerät. Der Aussenseiter Toby, unschuldig von der bösen Betty verdächtigt, wird von Annabelle verteidigt und vor der Polizei versteckt. Die Wahrheit ist eng mit bedrückenden Geheimnissen verflochten, welche das Mädchen belasten. Die eindrückliche Geschichte lehrt, wie wichtig Zivilcourage und Mitmenschlichkeit im Leben junger Menschen sind.
J Ungerechtigkeit. Ab 12, s.e. AG
* Wung-Sung, Jesper: Weg mit Knut.
A. d. Dän. von Friederike Buchinger.
München: Hanser, 2017.
222 S., geb., Fr. 22.90.
(978-3-446-25495-4).
Ist Knut eine Krankheit? Oder eine Fantasie in Williams Kopf? Ein Junge? Oder Teil einer Geschichte? - William kennt seinen Körper besser als Kinder seines Alters das normalerweise tun, er versteht dessen Sprache. William, ein schwer krebskranker junger Bursche spielt, dass der Krebs ein Junge in seinem Alter sei: Er nennt ihn Knut. Dieser sitzt in Williams Zimmer am Fussende des Bettes und nennt seinen "Freund" herausfordernd: "Du verwöhnter, fauler, blassgesichtiger, unwissender Bengel". Doch William kämpft. Er muss Knut vertreiben, denn nur so kann er gesund werden. Der grösste Wunsch: Ein ganz normaler Junge zu sein! Ein eindrückliches Buch über Zuversicht und Mutigsein.
J Krankheit. Ab 12, e. AG
* Nicholls, Sally: Eine Insel für uns allein.
A. d. Engl. von Beate Schäfer.
München: Hanser, 2017.
214 S., geb., Fr. 17.90.
(978-3-423-64028-2).
Ein liebenswertes Buch mit lauter liebenswerten Menschen als Hauptpersonen. Obwohl die Geschwister Holly und Davy ohne Eltern, aber grossartig betreut vom grossen Bruder Jonathan, mit Alltags- und Geldsorgen zu kämpfen haben, nehmen die drei alles mit Humor. "Wir sind eine sehr umweltbewusste Familie", meint die Ich-Erzählerin Holly, "wir machen keinen Urlaub im Ausland, wir haben kein Auto und tragen unsere Klamotten, bis sie zerfallen. Nicht aus ethischen Gründen, sondern, weil wir arm sind." Bis die Leute ihres Umfelds aber merken, dass die drei vielleicht doch etwas mehr Unterstützung brauchen könnten, gibt es einige Zwischenfälle! So etwa die Suche nach einer versprochenen, aber verschwundenen Erbschaft auf der einsamen Insel, was dank Internet gelingt... Ernste Themen - fröhlich beschrieben.
J Familie. Ab 13, s.e. AG
* Bruton, Catherine: Drei Tage Wut.
A. d. Engl. von Bettina Münch.
München: dtv, 2017.
271 S., brosch., Fr. 19.90.
(978-3-423-74024-1).
Maggie, Tochter einer einflussreichen Mutter, betrachtet ihre Umgebung mehrheitlich durch die Kamera. So begegnet sie Little Pea, Mitglied einer Strassengang in London und Tokes, der eben diesen vor seinen eigenen Gang-Mitgliedern beschützen wollte. Alle drei haben ihre ganz eigene Familiensituation und werden entsprechend auf der Strasse respektiert oder angepöbelt. Alle drei treffen sich während in den Strassen des Viertels sich immer mehr Unmut breit macht und es zu Krawallen kommt. Maggie filmt alles, doch das bringt sie auch in Gefahr. Bleibt sie unerkannt und unantastbar hinter der Kamera?
Die Ich-Erzählung ist spannend und rasant geschrieben. Das Tempo der Handlung wiederspiegelt sich im Text. Dabei bleibt keine Zeit für Tiefgänge. Es werden viele Themen aufgeworfen, aber es bleibt bei kurzen Beleuchtungen. Die Atmosphäre wird realistisch wiedergegeben.
J gewalt Rassismus Freundschaft. Ab 14, e. ls
* Bueno, David / Macip, Salvador / Martorell, Eduard: Lara oder der Kreislauf des Lebens.
München: Hanser, 2017.
235 S., geb., Fr. 22.90.
(978-3-446-25477-0).
Lara liegt schwer krank auf der Intensivstation. Ob sie diese Nacht überlebt, ist entscheidend. Eigentlich will sie nicht mehr kämpfen. Sie ist entmutigt. Da verwickelt sie die Ärztin Carmen in ein Gespräch über die Besonderheiten und Faszinationen des Lebens. Dabei vergehen die Stunden der Nacht und ein nächster Tag wartet.
Hier ist ein philosophischer Diskurs aufgezeichnet, der gespickt ist mit biologischen und medizinischen Erkenntnissen aus der Forschung. Aber er zeigt auch die Grenzen des Machbaren auf, wo die bis anhin unbekannten Kräfte zu wirken haben. Alles kommt sehr leicht und flüssig geschrieben daher - auch die schwierigen wissenschaftlichen Fakten. Ob Lara den nächsten Tag erlebt, bleibt stets als Spannungsbogen bis zum Schluss erhalten.
Übersetzt aus dem Katalanischen von Kristin Lohmann.
J Krankheit Philosophisches. Ab 14, s.e. ls
* Han, Jenny: P.S. i still love you.
A. d. Engl. von Birgitt Kollmann.
München: Hanser, 2017.
336 S., geb., Fr. 24.90.
(978-3-446-25480-0).
Der zweite Band von der 16-jährigen Lara Jean. Im ersten Band wurden ihre heimlich geschriebenen Liebesbriefe ausversehen verschickt, nun ist sie mit einem Empfänger zusammen. Peter und sie sind ein glückliches Paar und sie müssen so einiges durchstehen. Zuerst wird ein Video veröffentlicht, das auf der Skifreizeit aufgenommen wurde und Lara Jean in ein falsches Licht stellt. Dann wird die Beziehung durch Eifersuchtsattacken von Peters Exfreundin Genevieve auf die Probe gestellt. Als auch das überstanden ist, trifft ein Brief ein. Eine Antwort von einem Jahre alten Liebesbrief trifft ein. John. Aus dem Nichts taucht dieser auf. Natürlich in genau dem Moment, in dem die Beziehung von Lara Jean und Peter am schwächsten ist. Lara Jean verbringt viel Zeit mit John, immerhin waren sie früher beste Freunde. Diese Freundschaft sorgt aber auch wieder für Trubel und natürlich sorgen die grosse Schwester Margot und die kleine Schwester Kitty auch für jede Menge Trubel. Der 2. und somit mittlere Teil der Lara Jean - Trilogie. Spannend, unterhaltsam und liebevoll. Hier sollte aber zuerst der erste Band "To all the Boys i've loved before" gelesen werden.
Lily, 16 Jahre
J Liebe Familie. Ab 14, s.e. ld
* Jean, Emiko: Feuerschwester.
A. d. Engl. von Britta Keil.
Ravensburg: Ravensburger, 2017.
318 S., geb., Fr. 24.90.
(978-3-473-40148-2).
Alice landet nach eine Odyssee durch Heime und Pflegefamilien nach einem tragischen Ereignis in der psychiatrischen Anstalt. In einem anderen Trakt der Anstalt vermutet sie ihre Zwillingsschwester Celia. Ihre Schwester hat das Feuer gelegt, das Alice Freund Jason das Leben gekostet hat. Alice fühlt sich von ihrer Schwester bedroht. Sie muss Celia töten, damit sie all das Schlimme überwinden kann. Ich Chase findet sie in der Anstalt Unterstützung.
Die Ich-Erzählung wird ergänzt von Tagebucheinträgen, welche Einblicke gewähren in Alice Vergangenheit. Die beiden Erzählebenen bewirken Spannung und lassen die Leserschaft lange im Dunkeln tappen. Die Gefühlswelt von Alice wirkt sehr real und gleichzeitig fremd.
J Thriller Krankheit Tod. Ab 14, e. ls
* Packham, Simon: Stumme Helden lügen nicht.
München: dtv, 2017.
203 S., brosch., Fr. 12.90.
(978-3-423-71724-3).
Chris bester Freund und Comdey-Partner Declan stirbt bei einem Autounfall. Während in der Schule eine öffentliche Trauerfeier organisiert wird, zieht sich Chris immer mehr in sich zurück. Er fühlt sich schuldig am Tod seines Freundes. An der Trauerfeier verstummt er. Seine Stimme versagt - für immer?
Die Ich-Erzählung aus Sicht von Chris wendet sich an den verstorbenen Freund. So bekommt der Leser, die Leserin die Gefühlswelt von Chris immer mit. Worin Chris seine Schuld sieht, wird erst am Ende aufgedeckt. Dies ist auch die Spannung, welche zum Weiterlesen motiviert.
J Trauer Junge Freundschaft. Ab 14, e. ls
* Ramadan, Ortwin: Glück ist was für Anfänger.
Münster: Coppenrath, 2017.
350 S., geb., Fr. 24.90.
(978-3-649-61765-5).
Oleg und Maximilian sind zwei gleichaltrige Jugendliche. Sie leben seit Geburt praktisch auf verschiedenen Planeten, getrennt durch eine unüberwindbare Mauer aus Geld und Reichtum. Oleg ist von der Schule geflogen. "Ich brauche keine Bildung, ich brauche Kohle!" Er lebt mit dem kriminellen Bruder in einem stickigen Wohnloch mit stets leerem Kühlschrank. - Max, der Millionärssohn sitzt im Rollstuhl, gelähmt seit einem Unfall, bei welchem seine Eltern ums Leben kamen und ihren Jungen behindert, aber mit riesigem Anwesen und Vermögen zurückliessen. Spannend erzählt der Autor, wie die beiden Jungen, verbunden durch eine unglaubliche Wut aufs Leben, nach dramatischen wie traumatischen Abenteuern als Freunde zueinander finden.
J Freundschaft. Ab 14, s.e. AG
* Reynolds, Jason: Love oder meine schönsten Beerdigungen.
A. d. Engl. von Klaus Fritz.
München: dtv, 2017.
288 S., brosch., Fr. 19.90.
(978-3-423-65026-7).
Matt`s Mutter ist gestorben. Das wirft ihn, aber auch seinen Vater völlig aus der Bahn. Matt nimmt einen Teilzeitjob bei einem Beerdigungsinstitut an. Dort erlebt er bei anderen Trauernden die gleichen Gefühle, die auch ihn bewegen. So trägt er jeden Tag einen schwarzen Anzug, auch in der Schule. An einer Beerdigung trifft er Love, die ganz anders umgeht mit dem Abschied eines geliebten Menschen. Kann Matt von ihr lernen?
Die Ich-Erzählung führt die Leserschaft in eine eher unbekannte Welt, sowohl geografisch - ein Viertel in New York - , wie auch gefühlsmässig. Die Lebenswelt von Matt wird authentisch geschildert. Viele Dialoge beleben die Geschichte.
J Tod Freundschaft. Ab 14, s.e. ls
* Thomas, Rhiannon: Ewig- Wenn Liebe erwacht.
A. d. Amerikan. von Michaela Kolodziejcok.
Düsseldorf: Sauerländer, 2017.
400 S., geb., Fr. 23.90.
(978-3-7373-5469-1).
Prinzessin Aurora erwacht aus ihrem hundertzweijährigen Schlaf, doch glücklich ist sie nicht. Zum einen hat sie ein völlig fremder Prinz wachgeküsst, der zwar nett ist, Aurora sieht in ihm aber nur einen Freund. Sie sind verdammt dazu, zu heiraten, denn auf Aurora lag ein Fluch. An ihrem 18. Geburtstag fiel sie in den tiefen Schlaf. Einige Prinzen versuchten ihr Glück - erfolglos. Auroras Fluch hiess, dass nur Auroras wahre Liebe sie aus dem Schlaf küssen kann. Gealtert ist sie um kein Tag. Doch da ist noch etwas anderes, was ihr Kummer bereitet. Ihre Familie hat die 102 Jahre nicht überlebt, also lebt sie nun in dem so vertrauten Schloss, kennt aber niemanden. Oft schlich sie sich in das Dorf, in die Kneipe. Dort fühlte sie sich unerkannt und normal. Sie wurde ganz normal behandelt, lauschte der Musik und wurde von einem Jungen Mann angesprochen. Tristan arbeitete in der Kneipe und zeigte Aurora das Dorf. Etliche Abende verbrachten sie zusammen, bis sie sich aus unglücklichen Gründen zerstritten. Tristan gehört einer Rebellengruppe an und da Aurora der Königsfamilie angehört, ist das keine sehr gute Konstellation. Die schöne Geschichte verzaubert und ich freue mich schon auf den zweiten Teil, der im Juni 2017 erscheinen wird.
Lily, 16 Jahre
J Fantasy Liebe. Ab 14, e. ld
* Wegberg, T.A.: Meine Mutter, sein Ex-Mann und ich.
Reinbek: Rowohlt, 2017.
252 S., brosch., Fr. 13.40.
(978-3-499-21759-3).
Joschkas Eltern sind geschieden. Nun aber unterzieht sich seine Mutter einer Geschlechtsumwandlung - und wird zum Mann. Joschka entflieht und wohnt bei seinem Vater und dessen neuer Familie. Er vertraut sich seinen Freunden nicht an. Im Schulprojekt zum Thema Toleranz entscheidet sich seine Klasse für den Bereich der verschiedenen sexuellen Orientierungen - also auch Transgender. Kann Joschka doch wieder Zugang zu seiner Mutter finden und zu ihrer Entscheidung stehen?
Die Ich-Erzählung beleuchtet das Leben eines Heranwachsenden in der multikulturellen Grossstadt Berlin. Der Wechsel von Dialogen und Szenen geben der Geschichte eine sanfte Spannung. Ein aussergewöhnliches Thema verständlich umgesetzt.
J Sexualität Familie Entwicklung. Ab 14, s.e. ls
* Widmer, Gabriela: Collaceratus. Völlig zerrissen.
Niederhasli: Vicon, 2017.
294 S., brosch., Fr. 24.50.
(978-3-9524442-9-0).
Aron ist ein Jugendlicher, der bald 17 Jahren alt wird. Er ist elternlos aufgewachsen und wird von seiner Tante Julia mit Beharrlichkeit und Liebe erzogen. Aron ist ein sympathischer, schalkhafter junger Mann geworden.
Im Moment sind die Ferien angebrochen und eigentlich möchte Aron in dieser Zeit etwas Taschengeld hinzuverdienen. Soweit lässt sich die Geschichte locker und leicht Zusammenfassen. Doch dann verunfallt Aron bei einem Gewitter mit seinem Fahrrad - und nichts ist mehr wie vorher. Aron wird nicht nur von Albträumen gequält, sondern verfügt plötzlich über unbekannte, geheimnisvolle Begabungen. Und er lernt Kiron - ein Mentor aus purer geistiger Energie - kennen, der ihn beschützt und ihn lehrt mit seinen neuen, rätselhaften Fähigkeiten umzugehen und sie zu beherrschen. Diesen Lehrmeister braucht Aron dringend, denn ein geheimnisvoller, mächtiger Feind versucht Aron auf die dunkle Seite ziehen oder, wenn ihm das nicht gelingt, ihn zu vernichten.
Die Geschichte wird spannend und unterhaltend erzählt. Die Autorin lässt sich Zeit, ihre Figuren sorgfältig, schlüssig und nachhaltig zu beschreiben. Die Geschichte gleitet unmerklich von einer konkreten, realen Welt in eine actionreiche Fantasy-Realität. Dabei gelingt es der Autorin spielend, einen durchgängigen und überzeugenden Spannungsbogen aufzubauen. Die Geschichte endet mit einem Cliffhänger, was die Vorfreude auf den Folgeband so richtig entfacht.
J Junge Entwicklung Fantasy. Ab 14, e. RH
* Hoover, Colleen: Nächstes Jahr am selben Tag.
A. d. Amerikan. von Katarina Ganslandt.
München: dtv, 2017.
372 S., brosch., Fr. 17.90.
(978-3-423-74025-8).
Die 18-jährige Fallon trifft Ben kurz vor ihrem Umzug von Los Angeles nach New York. In den wenigen verbleibenden gemeinsamen Stunden verlieben sie sich - wollen sich aber Zeit geben. Sie entscheiden sich, sich in den nächsten fünf Jahren jeweils nur an diesem, für beide so wichtigen Tag zu treffen. In diesen fünf Jahren passiert so einiges und die Gefühle von Ben und Fallon werden hart geprüft. Auch ihre Geheimnisse belasten die Beziehung.
Die Geschichte wird im Wechsel von den beiden Hauptpersonen erzählt. Die Sprache ist einfühlsam. Dies ergibt eine packende und realistische Erzählung.
J Liebe. Ab 15, e. ls
* Reuter Hapgood, Harriet: Ein bisschen wie Unendlichkeit.
A. d. Engl. von Susanne Hornfeck.
Frankfurt a. M.: Fischer, 2017.
384 S., geb., Fr. 23.90.
(978-3-7373-4033-5).
Gottie lebt zusammen mit ihrem Bruder und ihrem Vater. Ihre Mutter ist schon lange vergestorben, ihr Grossvater, zu dem sie eine sehr enge Bindung hatte, erst kürzlich. Seit dem Tod ihres Grossvaters Grey ist ihre Welt auf den Kopf gestellt. Sie bricht alle Kontakte mit Freunden ab und zieht sich von Tag zu Tag weiter zurück. Ausserdem leidet sie an einem gebrochenen Herzen. Im letzten Sommer entstand eine Liebesgeschichte zwischen ihr und dem besten Freund ihres Bruders. Jason hat sie dann aber am Tag von Greys Tod fallengelassen. Das sind schon zwei schlimme Ereignisse am Tag. Gottie lebt vor sich hin, hat keine Lust auf irgendwas, ausser ihre Zahlen und Formeln. Doch dann rutscht sie in Wurmlöcher. Raumzeit und Quantensprünge sind häufig vorkommende Begriffe. Ihr wird schwindelig und sie verliert den Zusammenhang mit der Welt. Nach einem Traumzustand kehrt sie zurück in den Alltag und bemerkt, dass sie während ihrer "Abwesenheit" gesprochen und gehandelt hat. Mithilfe ihrer Physiklehrerin erforscht sie dieses Gebiet Stück für Stück. Doch auch hier kommt ihr etwas dazwischen. Ihr bester Freund aus Sandkastenzeit. Thomas ist schon vor Jahren weggezogen und steht plötzlich vor der Haustür. Ein neuer Sommer voller Abenteuer, neuen Freundschaften, neuen Beziehungen und einige (manchmal zu komplizierte) Physikalischen Gedanken. Gottie ist sehr sympathisch und sie wächst einem schnell ans Herz. Man durchlebt die verschiedensten Gefühlslagen mit ihr, eine tolle Geschichte.
J Freundschaft Liebe Physik. Ab 15, e. ld
* Tucholke, April Genevieve: All the strangest things are true.
A. d. Amerikan. von Anne Brauner.
Stuttgart: Thienemann, 2017.
224 S., geb., Fr. 21.90.
(978-3-522-20232-9).
Die Geschichte handelt von drei Jugendlichen die unterschiedlicher nicht sein können. Sie wohnen alle in der gleichen Gegend und kennen sich schon ihr ganzes Leben lang. Wink, das rothaarige Bauernmädchen ist verpeilt und lebt in ihrer eigenen Fantasiewelt. Poppy, die wunderschöne, die alle um den Finger wickelt und von allen geliebt wird, ist das komplette Gegenteil von Wink. Dazwischen steht Midnight. Er ist unsicher und weiss nicht, wem er glauben soll. Er ist hin und hergerissen zwischen Wink und Poppy. Poppy und Wink haben ganz andere Absichten, als man zu Beginn des Buches denkt und sind voller Überraschungen. Erzählt wird aus allen drei Sichten abwechselnd. Alle erzählen die gleiche Geschichte, alle aber etwas anders. Wer lügt? Wer sagt die Wahrheit? Der Schreibstil ist angenehm und man kommt gut in die Geschichte hinein. Die Seiten aus Midnights Sicht sind am angenehmsten, da man ihm traut und er sozusagen der Ruhepol der Geschichte ist. Das Ende des Buches ist sehr überraschend und auch ziemlich speziell. Es verändert die Sicht und "All the strangest things are true" zählt bestimmt zu den Büchern, die man ein zweites Mal lesen sollte und es danach besser versteht. Die Veränderungen der Figuren sind spürbar und die Geschichte regt stark zum Nachdenken an.
Lily Diemer, 16
J Jugend Geheimnis Freundschaft. Ab 15, e. ld