Besprechungen
Belletristik (31 Titel)

Schweizer, Lotte: Milla Gorilla.
Ill. von Anke Verena Klug.
München: dtv, 2026.
64 S., geb., Fr. 23.90.
(978-3-423-76635-7).
Milla Gorilla ist ein warmherziges Vorlesebuch. Im Mittelpunkt steht das neugierige Gorillamädchen Milla, das gemeinsam mit seinen Eltern und seinem neuen Freund Benjamin, einem kleinen Tiger, viele kleine Abenteuer erlebt. Die Geschichten greifen alltägliche Situationen auf und verwandeln sie mit viel Fantasie, Humor und einer Prise Magie in besondere Erlebnisse. Milla ist die liebenswerte Hauptfigur, sie ist mutig, wissbegierig und voller Entdeckerfreude. Alles Eigenschaften, mit denen sich Kinder leicht identifizieren können. Die kurzen Geschichten eignen sich hervorragend zum Vorlesen und bieten zahlreiche Gesprächsanlässe über Freundschaft, Familie, Zusammenhalt und den Alltag.
Die farbenfrohen Illustrationen von Anke Verena Klug ergänzen die Geschichten auf liebevolle Weise und laden Kinder dazu ein, viele Details zu entdecken.
K Gefühle, Familie, Freundschaft. Ab 3, e. yf

Schami, Rafik: Der beste Zufall der Welt.
Ill. von Annette Swoboda.
München: Hanser, 2026.
52 S., geb., Fr. 24.90.
(978-3-446-28016-8).
Die Geschichte erzählt von drei Mädchen, die aus ganz unterschiedlichen Lebenswelten stammen und sich eher zufällig begegnen. Trotz ihrer verschiedenen kulturellen Hintergründe Syrien, Ukraine und Deutschland entwickelt sich zwischen ihnen eine enge Freundschaft. Der Zufall ihres Kennenlernens wird dabei zum Ausgangspunkt für eine Geschichte über Vertrauen, Mut und Zusammenhalt.
Das Bilderbuch zeigt auf einfühlsame Weise, dass kulturelle Hintergründe nicht trennen, sondern verbinden, wenn man offen aufeinander zugeht. Die Geschichte ist authentisch und nahbar, weil jedes der Mädchen als individuelle Persönlichkeiten dargestellt werden mit ihren Sorgen und Stärken.
Ein wichtiges Thema des Buches ist auch das Ankommen in einem neuen Land. Gerade für das Mädchen mit Fluchterfahrung wird deutlich, wie schwierig es sein kann, sich in einer fremden Umgebung zurechtzufinden. Gleichzeitig macht das Buch Mut, denn es zeigt, dass Freundschaft und gegenseitige Unterstützung helfen können, diese Herausforderungen zu meistern. Der Schreibstyl ist klar, lebendig und bildhaft. Das Buch eignet sich sehr gut zum Vorlesen.
K Freundschaft, Mut, Kultur. Ab 6, s.e. yf

Van de Vendel, Edward: Papa ist ein Eisbär.
Ill. von Saskia Halfmouw.
A. d. Niederländ. von Rolf Erdorf.
Hamburg: Carlsen, 2026.
Unpag., geb., Fr. 18.90.
(978-3-551-55973-9).
Das Buch erzählt eine schöne und auch lustige Geschichte über zwei Geschwister: Mare und ihren kleinen Bruder Danko.
Mare liebt ihren Bruder auch wenn er manchmal etwas komisch ist. Danko trägt immer grüne Kleider und weiss vieles über Tiere, was er auch allen Leuten in der Strassenbahn die sie zu Papa fährt, mitteilt. Mare fährt mit Danko zu ihrem Papa. Auf einmal sagt er: Papa ist ein Eisbär! Mare wundert sich sehr. Ihr Papa sieht doch gar nicht wie ein Eisbär aus! Er hat kein weißes Fell und lebt auch nicht im Eis.
Doch langsam merkt Mare, dass Danko etwas anderes meint. Er vergleicht ihren Papa mit einem Eisbären, weil er manchmal stark, ruhig oder ein bisschen anders ist. So versucht Danko zu erklären, wie er seinen Papa sieht.
Papa ist ein Eisbär ist ein warmherziges Kinderbuch über Liebe, Familie und Fantasie. Es zeigt, dass Kinder oft kreative Wege finden, um mit schwierigen Situationen umzugehen.
K Familie, Liebe, Fantasie. Ab 6, s.e. yf

Biermann, Franziska: Herr Fuchs mag Torte!.
Ill. von Franziska Biermann.
Wien: Edition Nilpferd, 2026.
77 S., geb., Fr. 24.90.
(9783707453256).
Herr Fuchs ist Autor, oder er wäre es gerne. Gerade schreibt er an einer Geschichte. Da sieht er am Waldrand eine Torte: Pistazien, lecker! Die Torte ist aber für einen Kindergeburtstag versteckt worden und die Kinder möchten die Torte natürlich ungegessen zurück. Schade, denkt sich Herr Fuchs.
Kurze Zeit später tauchen zwei der Kinder weinend bei Herr Fuchs auf und erzählen ihm, dass iher Eltern und Freunde von einem fliegenden blauen Drachen entfürht wurden. Natürlich bietet Herr Fuchs seine Hilfe an und macht sich zusammen mit den Kindern auf Spurensuche. Gemeinsam erleben sie spannende und lustige Abenteuer auf ihrem Weg zum Drachen.
Das Lesebuch ist grosszügig mit farbigen und zudem lustigen Illustrationen versehen und die Geschichte steckt voller phantasievoller Begegnungen. Ein tolles Buch für alle, die gerne aussergewöhnliche Geschichten hören und lesen.
K Fantasy. Ab 7, s.e. st

Wichmann, Christian: Eine Oma für alle Fälle.
Ill. von Juli Chistians.
Hamburg: Carlsen, 2026.
85 S., geb., Fr. 24.90.
(978-3-551-55974-6).
Als die flippige, fröhliche und unkonventionelle Frau Koschitz in die oberste Etage des Mehrfamilienhauses zieht, in dem auch der achtjährige, ordentliche Edgar mit seinen Eltern lebt, verändert sich sein Alltag schlagartig. Manchmal bringen ihn aber auch die mutigen und ausgefallenen Ideen der lebensfrohen, älteren Dame ins Grübeln. Doch Edgar lässt sich gerne und ziemlich schnell von der Freude und der Aussicht auf ein neues Abenteuer anstecken und macht mit Frau Koschitz jeden Schabernack mit. Man könnte aber auch sagen, Frau Koschitz macht mit Edgar jeden Schabernack mit.
Die phantstische Geschichte mit sehr viel Humor, Freude, Phantasie, aber auch mit Verantwortung und gegenseitigem Respekt wird in acht Kapiteln erzählt. Die Länge der Kapitel sind ideal zum Vorlesen aber auch zum Selberlesen für Erstleserinnen und - leser.
Die farbigen Illustrationen von Julia Christians veranschaulichen die Komik in den jeweiligen Situationen wunderbar.
K Humor Freundschaft Generationen. Ab 7, s.e. HA

Gumpert, Steffen: Licht ins Dunkel.
Ill. von Steffen Gumpert.
Hamburg: Carlsen, 2026.
96 S., geb., Fr. 28.90.
(978-3-551-80209-5).
Der Rätselkrimi mit Mystery-Elementen zieht die Leserinnen und Leser von der ersten Seite an in seinen Bann. Im Zentrum steht der Junge Rupert Rumpelstil, dessen Vater vor einigen Jahren spurlos verschwunden ist. Fest entschlossen, das Geheimnis zu lüften, begibt sich Rupert auf eine spannende Spurensuche. Da seine vielbeschäftigte Mutter ihm dabei kaum helfen kann, ist er auf sich allein gestellt doch er besitzt eine besondere Gabe: Er kann Geister sehen.
Gemeinsam mit seinem Kater Igor nutzt Rupert diese Fähigkeit, um Hinweise zu sammeln. Dabei stösst er auf zahlreiche knifflige Rätsel, die ihn Schritt für Schritt näher an die Wahrheit führen. Die Auflösung überrascht und offenbart ein düsteres Familiengeheimnis, das hinter dem Verschwinden seines Vaters steckt.
Besonders gelungen ist das interaktive Konzept: Auf jeder Doppelseite können Leserinnen und Leser selbst Rätsel lösen, deren Lösungen auf der folgenden Seite präsentiert werden. Dies sorgt nicht nur für zusätzliche Spannung, sondern auch für grossen Mitmachspass.
Ein fesselndes, humorvolles und abwechslungsreiches Buch, das durch seine originelle Idee und den hohen Unterhaltungswert überzeugt
J Comic, Spannung, Abenteuer. Ab 8, s.e. yf

Reider, Katja: Manno Monster & ich.
Ill. von Daniela Kohl.
München: Hanser, 2026.
157 S., geb., Fr. 24.90.
(9783446281479).
Jussi ist ein normaler Junge. Er geht in die Schule, hasst Mathe und muss sich mit einem fiesen Nachbarsjungen herumschlagen. Zudem findet er seine pubertierende Schwester ebenso nervig wie seine Eltern und deren Versuche, ihm beim Mathepauken zu unterstützen.
Als er eines Tages abends sein Licht im Zimmer löscht bekommt er tatsächlich Besuch von einem Monster. Schreck! Nur: Manno, das Monster, ist sehr traurig, da niemand Angst vor ihm hat. Gemeinsam hecken sie einen Plan aus, der Manno und Jussi helfen soll...
Ein lustiges Buch mit vielen Illustrationen. Die Nachtphasen werden mit schwarzen Seiten dagestellt, was die Abschnitte grusliger wirken lässt.
K Abenteuer. Ab 8, e. st

Bell, Jennifer: Magicalia Bd. 1.
Ill. von David Wyatt.
A. d. Engl. von Freidrich Pflüger.
München: Hanser, 2026.
336 S., geb., Fr. 27.90.
(978-3-446-28343-5).
Im Zentrum der Geschichte steht Bitsy, ein Mädchen, dessen Leben plötzlich völlig aus den Fugen gerät: Ihr Vater wird von einer geheimnisvollen Frau entführt begleitet von einem bizarren Wesen, halb Hamster, halb Nashorn.
Kurz darauf entdeckt Bitsy zusammen mit ihrem besten Freund Kosh eine verborgene Welt voller Magie. Dort existieren sogenannte Magicores magische Kreaturen mit den witzigen Namen wie Ozoz, Copykatze, Dornspross oder Lorpel, die aus menschlichen Emotionen entstehen.
Um ihren Vater zu retten, müssen die beiden
lernen, selbst Magicores heraufzubeschwören,
Hinweise entschlüsseln
und ein mächtiges, verlorenes Artefakt finden
. Die Reise führt sie dabei durch verschiedene Länder und in ein spannendes Wettrennen gegen dunkle Gegner.
Das Buch lebt vor allem von seiner Ideenvielfalt, Spannung und kreativen Magiewelt.
J Fantasy, Abenteuer, Freundschaft. Ab 9, e. yf

Bell, Jennifer: Magicalia - Das Geheimnis des Schattendiebs Bd. 2.
Ill. von David Wyatt.
A. d. Engl. von Friedrich Pflüger.
München: Hanser, 2026.
318 S., geb., Fr. 27.90.
(978-3-446-28591-0).
19.26
Bell, Jennifer: Magicalia - Das Geheimnis des Schattendiebs, Bd. 2. Ill. von David Wyatt. A. d. Engl. von Friedrich Pflüger. München: Hanser, 2026. 318 S., geb., Fr. 0.00. (978-3-446-28591-0).
Im zweiten Band setzen die Freunde Bitsy und Kosh ihre Ausbildung an der magischen Schule fort. Dort lernen sie, sogenannte Magicores magische Tierwesen mithilfe ihrer Gefühle zu
Es gibt die verschiedensten Kreaturen, zum Beispiel die Gesterrolle, die einer Schnecke ähnlichsieht, den Narphin, der Ähnlichkeiten mit einem Delfin hat, oder das Urglück, ein wahrer Künstler, der mit seinen Federn Bilder malt, die als Durchgänge genutzt werden können. Auch der Zentaur gehört dazu: Er ist kräftig gebaut, hat vier muskulöse Beine und Hörner, die sich von den Ohren weit nach hinten biegen, und er duftet nach Blumen. Dies sind nur einige wenige Beispiele aus der Vielzahl magischer Wesen.
Die Situation spitzt sich schnell zu: Ein geheimnisvoller Gegner, der Schattenschmied, greift die Schule an. Dieser mächtige Dieb kann Dunkelheit kontrollieren und als Waffe einsetzen. Als plötzlich Hinweise auftauchen, die auf Kosh hindeuten, gerät er selbst unter Verdacht. Gemeinsam mit Bitsy und ihrem neuen Freund Mateo versucht er herauszufinden, wer wirklich hinter dem Schattenschmied steckt.
Die drei geraten in ein gefährliches Katz-und-Maus-Spiel gegen die Zeit. Dabei müssen sie nicht nur Rätsel lösen und ihre magischen Fähigkeiten verbessern, sondern auch gegenseitiges Vertrauen beweisen. Denn der Schattenschmied verfolgt einen gefährlichen Plan, der die gesamte Gemeinschaft der magischen Beschwörer bedroht.
Magicalia - Das Geheimnis des Schattendiebs ist ein spannendes Fantasy-Abenteuer über Freundschaft, Vertrauen und den Umgang mit magischen Kräften voller Action, Geheimnisse und einer Bedrohung, die immer näher rückt.
J Zusammenhalt, Abenteuer, Fantasy. Ab 9, s.e. yf
J Zusammenhalt, Abenteuer, Fantasy. Ab 9, s.e. yf

Ravishankar, Anushka: Moin und das Monster.
A. d. Engl. von Barbara Brennwald.
Basel: Baobab Books, 2026.
110 S., geb., Fr. 23.90.
(978-3-907277-35-5).
Eines Nachts hört Moin unter seinem Bett ein seltsames Geräusch. Trotz Licht kann der Junge die Quelle des Gebrummels nicht erkennen. Doch dann stellt sich die Stimme vor. Sie erklärt, dass sie ein Monster ist und zum Leben erweckt und sichtbar wird, wenn Moin das Monster nach dessen Anweisungen zeichnet. Was er natürlich sofort macht. Ab diesem Moment erlebt Moin eine aufregende Zeit. Das Monster bringt den Jungen immer wieder in heikle Situationen - und das nicht nur zu Hause, sondern auch in der Schule. Eine abenteuerliche Erzählung aus Indien bietet viel Raum, um beim Lesen phantasievolle Bilder im Kopf entstehen zu lassen.
K Abenteuer, Fantasy. Ab 9, e. HA

Becker, Anne: Linn und das Flüstern der Finsternis.
Ill. von Elsa Klever.
Stuttgart: Thienemann, 2026.
208 S., geb., Fr. 23.90.
(978-3-522-18637-7).
Die Geschichte dreht sich um Linn, ein eher stilles Mädchen, das plötzlich eine ungewöhnliche Fähigkeit entdeckt: Sie kann Pflanzen hören. Diese Gabe wirkt zunächst faszinierend, bekommt aber schnell eine bedrohliche Dimension, als ein uralter Ginkgo-Baum sie um Hilfe bittet. Linn soll drei Bohnen einpflanzen scheinbar harmlose Samen, die jedoch mit einer dunklen Macht verbunden sind.
Was als kleines Geheimnis beginnt, entwickelt sich zu einem Abenteuer mit wachsender Gefahr, bei dem Linn Entscheidungen treffen muss, deren Folgen sie kaum abschätzen kann. Dabei wird deutlich: Die Natur ist in dieser Geschichte nicht nur Kulisse, sondern ein eigenständiger, lebendiger Akteur.
Eine der größten Stärken des Buches ist die poetische Atmosphäre. Anne Becker schreibt mit vielen naturbezogenen Bildern. Das verleiht der Geschichte etwas Märchenhaftes und leicht Unheimliches zugleich.
Besonders gelungen ist die Darstellung der Pflanzenwelt: Sie wird nicht kitschig, sondern geheimnisvoll und teilweise sogar bedrohlich inszeniert.
J Natur, Fantasy, Freundschaft. Ab 10, e. yf

Burton, Jessie: Die Jagd nach den magischen Münzen.
A. d. Engl. von Annette von der Weppen.
Hamburg: Carlsen, 2026.
272 S., geb., Fr. 24.90.
(978-3-551-55960-9).
Die 12jährige Bo ist eine Schlammschwalbe. Sie sucht im London von 1918 nach brauchbaren Dingen im Schlamm der Themse. Eines Tages findet sie eine kostbare Münze, hört den Fluss zu ihr sprechen und trifft Billy River von der anderen Flussseite. Als sie auch noch Visionen bekommt durch die Münze wird ihr klar, dass sie da in ein grösseres Abenteuer hineingestolpert ist. Bo scheint das Flussmädchen zu sein, eine der wenigen Auserwählten des Flusses, von denen die Geschichten ihrer Leute erzählen.
Dr. Frederik Muncaster ist ebenfalls sehr interressiert an der Münze, die er für ein verloren gegangenes Erbstück hält, das seine finanzielle Situation retten könnte. Seine, zu Beginn zukünftige, Frau scheint ebenfalls interressiert. Allerdings aus ganz anderen Gründen, wie sich später herausstellt. Bei ihnen arbeitet Billy in der Küche und kann so Bo von einer zweiten Münze erzählen. Beide Münzen zusammen sollen Tote zum Leben erwecken können. Vorher muss neben der zweiten Münze aber noch eine alte Ballade vor der nächsten Sonnenfinsternis gefunden werden, die die Anleitung zu allem enthalten soll...
Ein spannend geschriebenes Fantasy Abenteuer in einer schön gestalteten Ausgabe mit Farbschnitt. Die Personen werden im Laufe der Geschichte immer komplexer und am Schluss ist nichts mehr so, wie erwartet. Bo muss auch unangenehme Entscheidungen treffen und erfährt, dass Magie auch Opfer, Verlust und Konsequenzen fordert. Trotz allem kommt das Buch zu einem tröstlichen Ende.
K Fantasy, Familie, Freundschaft. Ab 10, s.e. SW

Graf, Maren: Einfach Sunny.
Ill. von Olivia Vieweg.
Stuttgart: Thienemann, 2026.
198 S., geb., Fr. 24.90.
(978-3-522-18863-0).
Die blinde Sunny bezeichnet sich selbst als Sachensucherin. Als sie auf den stillen Ben trifft, der etwas verloren hat, kann sie endlich unter Beweis stellen, welch gute Sachensucherin sie ist. Gemeinsam suchen sie nun Bens Kuschelmonster. Dabei treffen sie nicht nur auf nette Menschen. Ferdinand und seine Bande aus Bens Schule stellen sich ihnen in den Weg.
Die Geschichte wird im Wechsel aus der Perspektive von Sunny und Ben erzählt. Die Personen werden sehr gut beschrieben und die Illustrationen untermalen die Ereignisse allerliebst. Blindheit ist eher selten Thema in der Kinderliteratur, auch hier steht sie nicht im Mittelpunkt. Doch Sunnys Beschreibungen ihrer Welt öffnet der Leserschaft einen besonderen Einblick.
J Freundschaft/Behinderung. Ab 10, e. ls

Michel, Elke: Marie und die Woche ohne Donnerstag.
Ill. von Jutta Wetzel.
Weinheim: Beltz+Gelberg, 2026.
143 S., geb., Fr. 23.90.
(978-3-407-79027-9).
Marie darf sich auf dem Wochenmarkt ein T-Shirt kaufen. Die schönsten, glitzerndsten Shirts gibt's bei einem alten, seltsamen Zirkuswagen. An den Aussenwänden des Wagens hängen unzählige Uhren in unterschiedlichen Formen und Grössen. Alle zeigen eine andere Zeit an. Und der Besitzer des Wagens, Herr Aika, sieht genauso sonderbar aus wie sein Geschäft "Aikas Zeitzeug". Als Marie sich für das Shirt mit der Aufschrift Montag entscheidet, erklärt ihr Herr Aika, dass sie nur alle sieben Shirts, von Montag bis Sonntag, kaufen kann. Sonst würde der Zauber der Shirts verloren gehen. Was der alte Mann damit meint, wird Marie klar, als sie das Montag-Shirt anzieht. Sobald sie das Shirt angezogen hat, befindet sie sich im Montag. Und mit dem Dienstag-Shirt ist sie sogleich auf dem Ponyhof, wo sie jeden Dienstag reiten darf. Und das Donnerstag-Shirt zieht sie gar nicht an. So muss sie nämlich nicht zum Zahnarzt gehen. Wie cool ist das denn! So aufregend es am Anfang war, mit unterschiedlichen Shirts in verschiedenen Tagen anzukommen, so langweilig wird es, wenn die Tage immer gleich verlaufen. Marie verzweifelt beinahe, weil die Woche nie mehr endet. Da sie aber nicht nur ein kreatives Mädchen ist, sondern auch klug und mutig, macht sie sich auf die Suche nach einem hilfreichen Tipp, mit dem sie den Bann der endlosen Woche durchbrechen kann.
Die phantasievolle Geschichte wird durch Schwarz/Weiss Illustrationen von Jutta Wetzel unterbrochen.
K Abenteuer, Fantasy. Ab 10, e. HA

Pennypacker, Sara: Das Glück liegt hinter der Hecke.
Ill. von Jens Rassmus.
A. d. Engl. von Uwe-Michael Gutzschhahn.
München: dtv Reihe Hanser, 2026.
307 S., geb., Fr. 25.90.
(978-3-423-64136-4).
Die Geschichte handelt von Leeva Spayce Thornblossom, einem Mädchen, das bei seinen äusserst ungewöhnlichen Eltern aufwächst. Ihre Eltern sind oberflächlich, selbstverliebt und geldgierig. Ihre Mutter ist die Bürgermeisterin von Nutsmore und ihr Vater der Schatzmeister. Sie interessieren sich nur dafür, reich und berühmt zu sein, und benutzen Leeva eher als Mittel zum Zweck, statt sich liebevoll um sie zu kümmern. Leeva bekommt kaum Aufmerksamkeit, keine echte Bildung und wächst sehr isoliert auf.
Ihr Alltag ändert sich schlagartig, als sie eines Tages durch ein Loch in der Hecke ihres Gartens schlüpft. Zum ersten Mal verlässt sie die künstliche, egoistische Welt ihrer Eltern und entdeckt die echte Welt draußen.
Sie trifft auf Menschen, die ganz anders sind als ihre Eltern.
Sie begegnet Harry, einem gutherzigen Bibliothekar, der ihr Bücher zeigt und ihr Wissen vermittelt. Außerdem trifft sie auf weitere Menschen, die sie ernst nehmen und sich wirklich für sie interessieren.
Durch diese Begegnungen beginnt Leeva, Fragen zu stellen, die sie vorher nie stellen durfte, was bedeutet es, ein guter Mensch zu sein?
Warum helfen sich Menschen gegenseitig?
Was ist wichtiger: Erfolg oder Mitgefühl?
Ein wichtiger Teil der Geschichte ist Leevas Entdeckung der Bücher und Geschichten. Durch das Lesen beginnt sie, die Welt besser zu verstehen und entwickelt ein eigenes Denken. Sie erkennt, wie manipulativ und falsch das Verhalten ihrer Eltern ist.
Leeva muss sich entscheiden, welchen Weg sie selbst gehen möchte, den ihrer Eltern oder einen neuen, eigenen.
Am Ende findet sie ihren Platz bei den Menschen, die sie wirklich schätzen. Sie erkennt, dass wahres Glück nicht durch Reichtum entsteht, sondern durch Freundschaft, Ehrlichkeit und Zusammenhalt.
Ein sehr warmherzige, aber auch kurioses Buch mit viel Wärme, Freundschaft und Vertrauen, mit einzigartig liebenswerten Charakteren in einer ungewöhnlichen Kleinstadt.
J Mut, Freundschaft, Abenteuer. Ab 10, s.e. yf

Probert, Tim: Lightfall-Das verlorene Licht.
Ill. von Tim Probert.
Stuttgart: Thienemann, 2026.
255 S., geb., Fr. 26.90.
(9783522509497).
Auf dem Planeten Irpa lebt Bea mit ihrem Grossvater, einem Zauber-Eber zusammen. Als Hüter der ewigen Flamme sorgen sie für das Gleichgewicht auf diesem Planeten, wo viel Dunkelheit und Boshaftikeit herrscht.
Als ihr Grossvater eines Tages spurlos verschwindet macht sie sich mit Cad, einem Galdurier, auf die Suche nach ihm und taucht tief in die Welt von Irpa ein.
Auf ihrem Weg begegnen ihne magische Wesen, Helfer und aber auch viele düstere und bösartige Kreaturen. Werden die beiden es schaffen, den Grossvater zu finden?
Tim Probert hat mit seinen Zeichnungen eine Welt erschaffen, die bunt, lustig aber auch traurig und dunkel erscheint. Da der erste Band ein offenes Ende hat, wird der zweite Band von den Lesern wohl sehnsüchtig erwartet werden.
J Comic. Ab 10, e. st

Raffel, Marcus: Flora Brimble und der verlorene Frühling.
Stuttgart: Thienemann, 2026.
336 S., geb., Fr. 22.90.
(978-3-522-18879-1).
In diesem wunderschön gestalteten Buch mit Farbschnitt treffen wir auf die 13jährige Flora, die in einer sehr düsteren Umgebung wohnt. Die Halbwaise ist arm, der Vater krank und wird gemobbt. Sie flüchtet sich vor dem ewigen Winter draussen -es will einfach nicht Frühling werden- in ihr Hobby dem Schreiben von Geschichten. Als sie jedoch ihr einziges Geburtstagsgeschenk, neue Tinte, beim Angriff durch einen Jungen verliert, muss etwas geschehen. Sie beschliesst zu ihrem seltsamen Grossvater in den Wald zu gehen undihn um Rat zu fragen, wie sie den Frühling finden könnte. Bei ihm kommt sie auf die Idee der Maikönigin einen Brief zu schreiben. Auf ihrem Weg zur Maikönigin begenet sie Parzival dem sprechenden Eichhörnchen, dass sie mit dem Kobolt Grisold ins Reich der Maikönigin begleitet. Nach einigen Abenteuern treffen sie im Palast der Hexe von Ych auf Harriet, die Flora in ihren Geschichten erfunden hatte. Auch Harriet hat Geschichten über Flora erfunden und so fanden sie sich gleich als beste Freundinnen.Gemeinsam versuchen sie nun die Maikönigin zu finden, zu befreien und der Hexe Ych das Handwerk zu legen. Flora gerät dabei immer mehr in die Fänge der Hexe und so liegt es bald an ihren Freunden, dass die Mission nicht scheitert.
Spannende und abenteuerliche Handlung, die gut zu lesen ist. Trotzdem überraschen unvorhergesehene Wendungen, so dass das Buch kaum aus der Hand zu legen ist.
K Fantasy, Freundschaft. Ab 10, e. SW

Tielmann, Christian: Verrat im Strafraum - Ein Fall für die Fussbballdetektive.
Hamburg: Carlsen, 2026.
238 S., brosch., Fr. 14.90.
(978-3-551-32293-7).
Der Fussballkrimi handelt von den drei fußballbegeisterten Jugendlichen Leon, Elva und Peer-Ole. Obwohl Leon und Elva in ihrer Jugendmannschaft große Rivalen sind, müssen sie zusammenarbeiten, als während eines Spiels ein geheimnisvoller Zettel auftaucht. Kurz darauf verschwindet auch noch die Tochter eines Spielers.
Die drei merken, dass hinter den Kulissen ihres Vereins Grün-Blau Auerberg etwas nicht stimmt. Während der Verein um den Aufstieg in die zweite Liga kämpft, stoßen sie auf verdächtige Indizien, Geheimnisse und mögliche Manipulationen. Gemeinsam versuchen sie herauszufinden, wer ein falsches Spiel treibt und warum.
Sie verfolgen in Frankfurt nach einem Match die Entführer der Tochter des Vereinsspielers Paule Münter, Besuchen den Helden von 1952 Karl Paulsen, genannt Carlos Schrotflinte in der Residenz am Auesee. Kann ihnen der uralte Mann weiterhelfen, können die drei Freunde den Fall lösen und wird Auerberg in die 2. Liga aufsteigen? Das Buch verbindet Fußball, Spannung und Detektivarbeit, auch dass Zusammenhalt auf dem Rasen und privat die Jugendlichen weiterbringen.
J Fussball, Freundschaft, Krimi. Ab 10, s.e. yf

Gray, Keith: Dennys Liste.
A. d. Engl. von Julia Süssbrich.
Weinheim: Gulliver Belz Verlagsgruppe, 2026.
144 S., geb., Fr. 18.90.
(978-3-407-82477-6).
Denny muss in den Sommerferien weit weg umziehen. Ihm und seinem Freund Jake - aus dessen Perspektive erzählt wird- bleiben nur nur noch eine Woche zusammen. Eigentlich müssten die Kartons gepackt werden, aber Denny möchte lieber seine Liste von Dingen die er noch erledigen will abarbeiten. Unterschiedlichste Aufgaben hat er sich gestellt und als erstes klettern sie über den Gartenzaun auf den Golfplatz und durchqueren ihn. Seine nächsten Punkte auf der Liste sind nicht so einfach zu bewerkstelligen und gehen zum Teil auch etwas schief. Dafür freunden sie sich mit einem Mitschüler an, von dem sie es nie gedacht hätten. Auch Tabby mit ihrem Hund Ghost stösst zu ihnen, da Denny sie als "meinen ersten Kuss noch mal erleben" auf seiner Liste hat. Als sie jedoch an den Punkt "etwas Gestohlenes zurückgeben" kommen wird es brenzlig zwischen Jake und Denny, als klar wird dass es um Jakes verlorenes Handy geht. Ihre Freundschaft steht auf der Kippe...
In einfacher Sprache und super lesbar, aber trotzdem spannend geschriebene Geschichte über Freundschaft.
J Freundschaft, Verlust. Ab 11, e. SW

Bauer, Jonny: Ameisensommer.
Stuttgart: Thienemann, 2026.
168 S., brosch., Fr. 19.90.
(978-3-522-20404-0).
Tomma erlebt einen ganz besonderen Sommer einen Sommer, den sie nie wieder vergessen wird. Sie verbringt viel Zeit mit anderen Kindern in ihrem Alter und auch mit ein paar Jüngeren. Alle können, wie sie nicht in die Sommerferien fahren, deshalb treffen sie sich im JUZ, dem Jugendzentrum, wo vier Betreuer ein spannendes Programm vorbereitet haben. Die Kinder spielen draußen, entdecken die Natur und beobachten zum Beispiel ganz genau einen Ameisenhaufen. Die Ameisen finden sie besonders spannend, weil sie so gut zusammenarbeiten und jede genau weiß, was sie tun muss. Für Tomma und Eddie wird dieser Ameisenhaufen etwas ganz Besonderes fast wie ein kleines Geheimnis, das nur ihnen gehört. Am Anfang ist alles leicht und fröhlich. Es sind heiße Sommertage, sie lachen viel und fühlen sich frei. Doch nach und nach merken die beiden, dass sich etwas verändert. Sie werden älter und beginnen, das Leben anders zu sehen. Es kommt zu ersten Streitigkeiten, Missverständnissen und auch zu neuen Gefühlen, die sie vorher noch nicht kannten.Auch außerhalb ihrer Freundschaft passieren Dinge, die nicht immer einfach sind. Probleme in der Familie oder schwierige Situationen sorgen dafür, dass der Sommer nicht nur schön bleibt.
Am Ende kennt Tomma, dass dieser Sommer sie verändert hat: Sie ist ein Stück erwachsener geworden, hat viel gelernt und weiß jetzt, dass Freundschaft, Mut und Zusammenhalt sehr wichtig sind auch wenn es manchmal schwierig wird.
Das Buch erzählt in einfacher Sprache von einem Sommer voller Abenteuer, Freundschaft und Gefühle und davon, wie man langsam erwachsen wird und lernt, mit schwierigen Situationen umzugehen.
J Abenteuer, Gefühle, Freundschaft. Ab 12, e. yf

Reynolds, Jason: Asphalthelden.
A. d. Engl. von Anja Hansen-Schmidt.
München: dtv Reihe Hanser, 2026.
186 S., brosch., Fr. 17.90.
(978-3-423-62830-3).
Zehn verschiedene Geschichten über unterschiedliche, junge Menschen, deren zum Teil abenteuerliche und herausfordernde Nachhausewege sie in ungleiche Familien führen. Jede Geschichte beginnt dann, wenn das Ertönen der Schulglocke das Ende der letzten Unterrichtsstunde ankündigt. Und alle fühlen sich echt und einfühlsam an. Obwohl jede Episode in sich abgeschlossen ist, sind die Geschichten miteinander verknüpft. Eine ganz besonders ausdrucksvolle Art, den Schulalltag, verschiedene Charakteren von Jugendlichen und soziale Strukturen zu beschreiben.
K Freundschaft, Schule. Ab 12, s.e. HA

Gehm, Franziska: Irgendwo zwischen den Welten.
Weinheim: Beltz, 2026.
102 S., geb., Fr. 17.90.
(9783407824783).
Matus sitzt im Zug, wie er es mehrmals die Woche macht. Nur dieses Mal ist alles anders: Die Fahrt durch den Tunnel dauert länger als normal und die Endstation ist ihm völlig unbekannt. Zudem sind alle Mitfahrenden auf einen Schlag verschwunden. Alle? Nur ein junges Mädchen scheint sich ebenfalls hierhin verirrt zu haben. Was hat das Ganze auf sich? Mattus und das Mädchen machen sich auf eine reise ins unugewisse auf.
Ein Buch aus der Reihe "Super lesbar". DAs Buch ist wegen der grossen Schrift schnell gelesen und spannend geschrieben. Allerdings lässt das Ende einige Fragen unbeantwortet.
J Jugendproblem. Ab 13, b.e. st

Höfler, Stefanie: Bis der Regen Feuer fängt.
Weinheim: Beltz+Gelberg, 2026.
314 S., geb., Fr. 28.90.
(978-3-407-79041-5).
Nach dem Verschwinden ihres Bruders freundet sich Tonia mit der neuen Schülerin Sol an. Diese hat die genau gleichen Narben am Finger wie ihr Bruder. Sol tritt sehr provokant auf und hat ihre Strategien, um dem staatlichen System der Überwachung auszuweichen. Tonia kommt ins Grübeln, hinterfragt die Geschehnisse und wagt sich dann ohne den Überwachungssensor an die äussersten Grenzen der Stadt auf die Suche nach ihrem Bruder. Dort beginnt für sie sowohl ein Abenteuer als auch eine unglaubliche Entdeckung. Nach und nach kommt sie dem Geheimnis des anhaltenden Regens und dem Verschwinden ihres Bruders auf die Spur.
Die Ich- Erzählung führt uns in eine dystopische Zukunft. Die gedanklichen Rückblenden von Tonia und die aktuellen Ereignisse erschaffen einen anhaltenden Spannungsbogen.
J Thriller/Dystopie. Ab 13, e. ls

Krüger, Tonia: Somewhere in Summer.
München: dtv, 2026.
412 S., brosch., Fr. 23.50.
(978-3-423-74137-8).
Auf dem Weg zu den Eltern verunfallen die Geschwister Riley und Scott. Riley überlebt, verliert aber ihren grossen Bruder. Nun soll sie in dessen Fussstapfen treten und ins Familienunternehmen einsteigen. Am Geburtstag ihres Bruders, der ein Gedenktag werden soll, trifft sie auf dessen drei gute Freunde. Mit dem besten Freund ihres Bruders, Caden, hatte sie vor Jahren mal eine kurze Liebesbeziehung, die abrupt endete. Für Riley völlig unklar. Caden würde ihre Bedenken gut verstehen, aber noch immer ist er sehr distanziert. Geneinsam mit Caden hatte ihr Bruder in der Kindheit einen Roadtrip geplant. Den wollten die beiden vor Scotts Einstieg in die elterliche Firma noch machen. Nun brechen die drei Freunde gemeinsam mit Riley auf - und Scott ist irgendwie auch mit dabei, gemeinsam mit vielen Fragen und auch Antworten.
Die Geschichte ist kurzweilig, wenn auch sehr absehbar erzählt. Die verschiedenen Charaktere sind gut gezeichnet. Im Wechsel wird aus Sicht von Riley und Caden berichtet, so dass die Leserschaft vieles früher klarer wird.
J Gefühl, Trauer, Freundschaft. Ab 13, e. ls

Rabinowich, Julya: Mo & Moritz.
München: Hanser, 2026.
Unpag., brosch., € 27.90.
(978-3-446-28589-7).
Mo ist mit seinen Eltern und Geschwister in Österreich als Flüchtling aufgenommen worden. Diese Erfahrung prägt ihn und seine ganze Familie, allerdings sehr unterschiedlich. Als Moslem hat er immer wieder mit Vorurteilen zu kämpfen. Als er eine Friseurlehre in einem anerkannten Salon beginnen kann, lernt er neue Menschen kennen, die ihn ermutigen und sein Selbstbewusstsein stärken. Er lernt Moritz kennen, der aus einem jüdischen Elternhaus kommt. Sie verlieben sich. Doch die unterschiedlichen Religionen und die eigenen Familiengeschichten, wie auch die Entwicklung von Mos Bruder, sind grosse Hürden in der Entwicklung ihrer Freundschaft.
In der kurzen Geschichte werden in klarer Sprache Themen wie Flucht, Krieg, Unterdrückung, aber auch Rassismus, Antisemitismus und persönliche traumatische Erlebnisse aufgegriffen, stets im Kontext mit den Hauptpersonen. Eine gefühlvolle, berührende Geschichte.
J Sexualität, Religion. Ab 13, s.e. ls

Backe Astot, Moa: Himmelsfeuer.
A. d. Schwed. von Anu Stohner.
München: dtv Reihe Hanser, 2026.
256 S., brosch., Fr. 25.90.
(978-3-423-65048-9).
Ante ist Rentierzüchter in schwedisch Lappland und lebt mit seiner Familie in der traditionellen samischen Gesellschaft. Er hat sich jedoch in seinen besten Freund Erik verliebt. In ihrer Gesellschaft muss er solche Gefühle verbergen. Er weiss nicht wie Erik darüber denkt, der traditioneller Weise eine Freundin hat. Homosexuelle gibt es nicht, nur Antes Vermutung zu einen Onkel und einen Nachbarn, die schon lange weggezogen sind. Ante weiss nicht, wie er eine solche Liebe seiner Familie gestehen könnte. Er weiss nur, dass er immer Rentierzüchter bleiben will und in seinem Heimatort wohnen will. Sein Versuch "normal" zu sein und eine Freundin zu haben geht schief und wird von seiner Cousine Ida durchschaut. Sie ist es auch, die als erstes Antes Dilemma begreift und ihn ermutigt aufrichtig und ehrlich zu sein und zu seinen Gefühlen zu stehen.
Erik muss also nur den Mut finden, es irgendjemandem zu erzählen und ehrlich zu Erik und seiner Familie zu sein...
Eine ruhig erzählte und fesselnde Geschichte vom Erwachsenwerden, Mut zu finden und zu seinen Gefühlen zu stehen.
J Sami, LGBTIQA, Freundschaft. Ab 14, s.e. SW

Franz, Coenelia: Scheinland.
Hamburg: Carlsen, 2026.
192 S., geb., Fr. 23.90.
(978-3-551-58646-9).
Daniel ist ein nachdenklicher, hoch begabter Student, der auf der Suche nach seinen Zielen und dem Sinn des Lebens ist. Vieles in der aktuellen Weltlage verwirrt und erschreckt ihn, wodurch er auch mal in Verschwörungstheorien abdriftet. Er lebt in einer netten WG und das Verhältnis zu seinen getrennten Eltern ist angespannt.
Da wird er von einem Steffen per Mail kontaktier. Er ist erst unentschlossen, nimmt dann jedoch Kontakt auf und besucht den !okobauern auf seinem Sonnenhof. Bald hilft er Steffen mit seiner Frau und den Kindern regelmässig, doch als Steffens Schwager Holger auftaucht trübt das die Idylle des Landlebens. Holger bringt komische rassistische Sprüche, alle scheinen vor Daniel etwas zu verbergen, es werden Schiessübungen veranstaltet und die Kinder werden zu Hause unterrichtet. Eines Tages gibt Steffen sogar frei zu, dass sie Nationalsozialisten sind. Daraufhin flieht Daniel, ist aber unentschlossen, ob er das alles auf sich beruhen lassen kann. Nach einem letzten heimlichen Besuch auf dem Sonnenhof, bei dem er verdächtige Papiere fotografiert, reist er zu einem ehemaligen Gastbruder in die USA. Eigentlich will sich Daniel ablenken, aber irgendwann erzählt er dort doch von der Sache und er knackt einen Code auf den Fotos aus dem Sonnenhof.
Mit diesen Informationen über ein Nazi Netzwerk mit Waffen kehrt er sofort nach Deutschland zurück, um es der Polizei zu übergeben. Doch damit geht der Thriller für ihn erst richtig los. Von einer vermeintlichen Polizistin wird er in ein "Zeugenschutzprogramm" in eine Hütte im Wald verschleppt. Wer ist Freund, wer Feind? Wem kann er noch vertrauen und wie soll er da wieder heraus kommen?
Ein fesselndes sehr aktuelles Buch, dass man nach einem harmlosen und leichten Anfang nicht mehr aus der Hand legen kann.
J Rechtsextremismus, Sinnsuche. Ab 14, s.e. SW

Gammel, Magdalena: Tale of Sun and Night.
Stuttgart: Thienemann, 2026.
588 S., geb., Fr. 33.90.
(9783522900201).
Band 1 der neuen, magischen Reihe. Lio ist eine Sklavin und erleidet nachts häufig Alpträume. Sie ist an ihren Besitzer gebunden und erlebt durch ihn viel Gewalt und missbrauch. Als sie an den Traumweber Izan verkauft wird, beginnt eine abenteuerliche Reise durch das Reich Aurikalos. Während der Reise werden sie und ihre Reisegruppe nicht nur von ihrer Sklaventruppe verfolgt, die diese Lilo zurückhaben wollen. Auch Sandmänner, Schlafwandler und anderen Kreaturen wollen sie ins Verderben lenken.
Die Geschichte ist voller magischer Wesen. Leider sind die vielen Begegnungen und Figuren recht verwirrlich, es ist schwierig, den Überblick über die Charkatere zu behalten. Nur für gute Leser mit schneller Auffassungsgabe empfohlen.
J Fantasy. Ab 14, b.e. st

Lecomte, Ludovic: Hundertsiebenundachzig Tage.
München: Mixtvision, 2026.
105 S., brosch., Fr. 19.90.
(978-3-95854-254-9).
Der 16-jährige erzählt vom heutigen Tag, an dem es endlich geschehen soll: Er soll wieder aus dem Haus gehen. Seine Gedanken führen ihn immer wieder in die Vergangenheit zurück, als er es zum ersten Mal nicht mehr aus dem Haus schaffte, was danach alles unternommen wurde und wo er Hilfe fand und seine Krankheit endlich einen Namen bekam. Und heute soll er es also nach 187 Tagen endlich wieder aus dem Haus gehen. Akribisch sind seine Vorbereitungen aufgezeichnet, ausführlich seine Gedankenwelt beschrieben.
Es geht um die Überwindung einer Angststörung bei einem Jugendlichen. Der Auslöser ist nur bedingt nachvollziehbar. Die Ich- Erzählung vermag zu berühren und wirkt authentisch. Die Geschichte ist sicher kein Lesefutter, kann aber Einzelne sehr wohl ansprechen.
E Psychologie/Krankheit. Ab 14, e. ls

Reynolds, Jason: 24 Sekunden ab jetzt Eine ganz normale Liebesgeschichte.
A. d. Engl. von Anja Hansen-Schmidt.
München: dtv Reihe Hanser, 2026.
192 S., brosch., Fr. 25.90.
(978-3-423-65047-2).
Neo ist kurz davor mit seiner Freundin das erste Mal zu schlafen. Er ist furchtbar nervös und flüchtet sich deshalb ins Badezimmer. Dort denkt er über die Zeit mit seiner Freundin nach, wie er alles richtig machen möchte und wie sie sich kennen gelernt haben. Alles wird sehr humorvoll, authentisch und lebensnah mit viel Respekt für Jugendliche erzählt. Schon die Kapitel sind speziell, erleichtern aber auch die Orientierung. Befinden wir uns erst im Jetzt erinnert sich Neo im 2. Kapitel an die 24 Sekunden davor, im dritten Kapitel an 24 Minuten davor, dann 24 Stunden davor und so weiter bis wir nach ihrem Kennenlernen 24 Monate zuvor wieder im Jetzt ankommen.
Offen über ein farbiges Pärchen geschrieben, fern von toxischer Männlichkeit wird hier eine andere Seite männlicher Sexualität gezeigt. Ein locker und gut lesbares Aufklärungsbuch der anderen Art.
J Liebe, Erstes Mal. Ab 14, s.e. SW

Walter, K.J.: A first time for everything Der Sommer, in dem ich lernte zu lieben.
A. d. Engl. von Anja Hansen-Schmidt.
München: dtv Reihe Hanser, 2026.
416 S., brosch., Fr. 25.90.
(978-3-423-65049-6).
Mads Bruder hat sich in Paris ohne seine Familie verlobt und sie soll nun Brautjungfer bei ihrer künftigen Schwägerin, der unnahbaren Katie, werden. Dazu hat sie gar keine Lust, aber ihre beiden Väter bestehen darauf.Lieber würde sie sich nur mit Hockey und ihrem zukünftigen College beschäftigen. Ausserdem hat sie selbst leider keinen Freund, nur einen sehr guten Kollegen Connor. Bei einem ersten Brautjungfertreffen beschliessen die viel älteren Kolleginnen von Katie Mads auf Datings zu schicken, wie bei der Bachelorette. Mit diesen Dates wird sie nicht sehr glücklich, gewinnt aber neben Erfahrung auch neue Freunde. Sie selbst denkt immer wieder darüber nach, ob Connor und sie es nicht einmal miteinander versuchen sollten. Immer wieder läuft ihr aber auch ein ehemaliger Schulkollege Marco über den Weg. Auch das Problem, dass sie zu Katie keinen Draht findet, besteht weiterhin. Trotz näherem Kennenlernen und Katies sofortiger Hilfe als Mads sich verletzt bleibt ihr Verhältnis distanziert. Wird Mads ihre erste Liebe finden und Katie in die Familie aufgenommen?
Eine leicht zu lesende Geschichte über Freundschaft, erste Liebe und Erwachsenwerden
J Freundschaft, Familie,Liebe. Ab 14, e. SW