Besprechungen
Bilderbücher (9 Titel)

Jubitsch, Jussi: Gute Quatsch Nacht.
Ill. von Susanne Straßer.
München: Hanser, 2026.
24 S., geb., Fr. 25.90.
(978-3-446-28150-9).
In einer Hütehundehütte schlafen 5 Hüttenhütehunde, in einer Pfützenfroschpfütze schwitzen 4 Froschpfützenfrösche und an einem Obstgartenbaum baumeln 8 Gartenobstmaden - insgesamt 10 Zungenbrecherreime sind in diesem fröhlichen Bilderbuch versammelt. Auf der linken Seite steht jeweils der Reim, während rechterhand eine lustige Zeichnung illustriert, wie zum Beispiel die 5 Hüttenhütehunde abends ihre Hütehundehüte aufhängen.
Am Ende des Buchs werden alle Hauptfiguren zusammengezählt und wer noch nicht schlafen mag, kann versuchen, sie auf einem Wimmelbild wiederzufinden. Ein vergnügliches, sprachverliebtes Buch, das sicherlich für Gekicher sorgt.
Aber dann: Gute Nacht!
K Humor. Ab 3, e. dh

Mai-Wyss, Tatjana: Die verwunschene Wiese.
Ill. von Tatjana Mai-Wyss.
Zürich: Bohem Press, 2026.
Unpag., geb., Fr. 27.50.
(978-3-95939-249-5).
Die Geschichte handelt von Mia, die auf dem Weg zur Schule einer Schildkröte hilft über die Strasse zu kommen, um nicht überfahren zu werden. Durch die gute Tat nimmt sie ein Fuchs mit in eine zauberhafte Welt voller sprechender Tiere und wunderschöner Natur.
Die Verbindung von Realität und Fantasie ist der Autorin, die gleichzeitig auch die Illustratorin ist, sehr gut gelungen. Die alltägliche Situation, die einem Abenteuer gleicht, lässt Kinder staunen und regt die Vorstellungskraft der kleinen Leser oder Zuhörer an. Die Idee, dass hinter einer unscheinbaren verwilderten Wiese ein verborgenes Paradies liegt, wirkt inspirierend und regt zum Entdecken an.
K Naturschutz, Hilfe, Mut. Ab 3, s.e. yf

Mattick, Lindsay: Winnie - Die wahre Geschichte des berühmten Bären.
Ill. von Sophie Blackall.
A. d. Engl. von Annabel Lammers.
Zürich: Bohem Press, 2026.
Unpag., geb., Fr. 31.50.
(978-3-95939-253-2).
Die Geschichte beginnt im Jahr 1914 in Kanada. Der Tierarzt und Soldat Harry Colebourn entdeckt auf einer Zugreise ein verwaistes Bärenjunges und beschließt, es zu kaufen und aufzuziehen. Er nennt die kleine Bärin Winnie, nach seiner Heimatstadt Winnipeg.
Winnie begleitet Colebourn sogar ins Militärlager während des Ersten Weltkrieg. Als er nach Europa geschickt wird, bringt er sie schweren herzens in den Londoner Zoo, wo sie Freundschaft mit einem Jugen namens Christopher Robin Milne schliesst. Sein Vater, A. A. Milne, lässt sich von dieser Begegnung inspirieren und erschafft später die berühmten Geschichten über Winnie the Pooh.
Winnie - Die wahre Geschichte des berühmten Bären, ist ein liebevoll erzähltes Kinderbuch mit wunderschönen Illustrationen, über Freundschaft, Mut und Mitgefühl. Es zeigt, wie eine echte Begegnung zu einer der bekanntesten Kinderbuchfiguren der Welt führen konnte.
K Freundschaft, Mut, Mitgefühl,. Ab 3, s.e. yf

Paronuzzi, Fred: Psst, Krach, Bumm - Wie klingt ein Tag?.
Ill. von Mariana Ruiz Johnson.
A. d. Ital. von Stefanie Beck.
München: Hanser, 2026.
Unpag., geb., Fr. 25.90.
(978-3-446-28313-8).
Das Bilderbuch Psst, Krach, Bumm - Wie klingt ein Tag? ist ein liebevoll gestaltetes Mitmachbuch, das Kinder dazu einlädt, ihre Umwelt ganz bewusst über das Hören wahrzunehmen. Auf besondere Weise erleben sie einen gewöhnlichen Tag vom Aufstehen bis zum Zubettgehen ausschließlich durch Geräusche. Vom "Rrrrring!" des Weckers über ein fröhliches "Schmatz" beim Frühstück bis hin zu den vielfältigen Alltagsgeräuschen in der Kita, im Schwimmbad oder zuhause entsteht eine lebendige Klangwelt, die Kinder aktiv einbindet und zum Mitmachen animiert.
Dabei kommt die Geschichte nahezu ohne klassischen Erzähltext aus. Stattdessen stehen Lautmalereien im Mittelpunkt, die nicht nur großen Spaß machen, sondern auch gezielt die Wahrnehmung und Sprachentwicklung fördern. Kinder werden spielerisch dazu angeregt, Geräusche nachzuahmen, genau hinzuhören und ihre Umwelt mit neuen Ohren zu entdecken.
Die Illustrationen überzeugen durch ihre farbenfrohe, detailreiche und warme Gestaltung. Sie ergänzen die Klangwelt auf eindrucksvolle Weise und bieten zahlreiche kleine Szenen und Details, die zum Entdecken einladen. Auf jeder Seite gibt es Neues zu sehen, das immer wieder Gesprächsanlässe schafft und die Fantasie anregt.
K Alltag, Geräusche. Ab 3, s.e. yf

Bululú, Alicia: Frühstücken - Ein lyrisches Tagebuch.
Ill. von Raquel Catalina.
A. d. Span. von Nicolas Baier.
Münster: Bohem Press GmbH, 2026.
40 S., geb., Fr. 27.50.
(978-3-95939-248-8).
Violeta schreibt in ihrem Tagebuch über die verschiedenen Frühstückssituationen, die sie so erlebt, und zwar in Gedichtsform. Im Zusammenspiel mit den Zeichnungen erfahren wir viel über Violetas Leben, ihre Familie, ihre Haustiere, ihre Gefühle und Sehnsüchte.
Manchmal geht es hektisch zu, wenn alle zur Arbeit oder in die Schule müssen. Dann ist es wieder tiefenentspannt, im Sommer bei der Oma auf der Terrasse oder beim Obstsalat-Picknick auf der Wiese. Die Schildkröte stirbt, der grosse Bruder zieht zum Studium in die grosse Stadt: Mit wenigen poetischen Worten und präzisem Strich werden die Frühstücksmomente zu ausdrucksstarken Momentaufnahmen.
Ein wunderschön illustrierter Gedichtsband für die Kleinen.
K Alltag Blderbuch. Ab 4, e. dh

Marti, Meritxell: Wo geht's hier zur Party?.
Ill. von Anna Aparicio Català.
A. d. Span. von Ursula Bachausen.
München: Annette Betz, 2026.
48 S., geb., Fr. 25.90.
(978-3-219-12103-2).
Wo geht’s hier zur Party? erzählt eine fröhliche Geschichte rund um eine Geburtstagsfeier. Ein Hase lädt seine Freunde ein, doch der Weg zur Party ist voller Hindernisse. Gemeinsam müssen die Tiere Rätsel lösen, Gegenstände suchen und ihre besonderen Fähigkeiten einsetzen, um ihr Ziel zu erreichen.
Die Kinder werden dabei aktiv in die Handlung einbezogen, indem sie miträtseln, suchen oder sogar zurückblättern. Die detailreich und lebendig gestalteten Illustrationen von Anna Aparicio Català laden zum Entdecken ein und unterstreichen die spielerische Atmosphäre des Buches.
Zugleich vermittelt das Bilderbuch wichtige Werte wie Freundschaft, Teamarbeit und Problemlösefähigkeit. Trotz kleiner Spannungsmomente endet die Geschichte in einem fröhlichen Fest ein klassisches Happy End, das besonders für jüngere Kinder geeignet ist.
K Mut, Freundschaft. Ab 4, s.e. yf

Schoeters, Gaea: Nichts? Wrklich nichts?.
Ill. von Gerda Dendooven.
A. d. Niederländ. von Ira Wilhelm.
München: Mixtvision, 2026.
64 S., geb., Fr. 27.90.
(978-3-95854-252-5).
Die Katze soll dem Hund eine Geschichte erzählen, doch ihr fällt nichts ein. Da verlangt der Hund, dass die Katze an nichts denkt. Aber das kann die Katze nicht. Und schon sind die zwei mittendrin in einer Betrachtung über das Nichts und das Was und das Alles. Der Hund verlässt das Haus und geht nach Nirgendwo, die Katze folgt ihm eher unwillig und so durchwandern die zwei ungleichen Philosophen grosse Farbfelder, die ein Gemälde von Rothko sein könnten, bis der Hund das Nichts gefunden hat. Nun heisst es Warten. Denn es gibt nichts Schöneres als Warten...
Die Leere als ein Raum voller Möglichkeiten und die Zukunft als die Gegenwart von Morgen - ein Hund als risikofreudiger Entdecker und eine Katze, die sich nach ihrem Katzenkorb sehnt - ein verspielter Denkanstoss, untermalt in kräftigen Farben.
K Philosophisches. Ab 5, e. dh

Flett, Julie: Wieder da! - Haw êkwa.
Basel: Baobab Books, 2026.
Unpag., geb., Fr. 25.90.
(978-3-907277-34-8).
Im Mittelpunkt der Geschichte steht ein Junge, der den Wunsch hat, Skateboard zu fahren. Anfangs ist er noch unsicher und vorsichtig. Das Skateboard wirkt für ihn groß und ein bisschen einschüchternd. Dennoch ist seine Neugier stärker als seine Angst. Als seine Mutter eines Tages mit einer Tasche aus Omas Haus zurückkommt, bringt sie ihm ein Board. Während der Junge erste Versuche macht, erlebt er typische Schwierigkeiten: Er verliert das Gleichgewicht, fällt hin und muss sich immer wieder neu überwinden.
Mit der Zeit wird der Junge mutiger. Er beginnt, sich mehr zuzutrauen, probiert neue Bewegungen aus und gewinnt zunehmend Kontrolle über das Skateboard.
Ein wichtiger Wendepunkt ist der Besuch im Skatepark. Dort begegnet der Junge anderen Kindern und einer neuen Umgebung. Anfangs wirkt alles größer und herausfordernder, doch er entscheidet sich, es zu versuchen. Dieser Schritt zeigt deutlich seine Entwicklung: vom vorsichtigen Anfänger hin zu einem selbstbewussteren Kind.
Am Ende kehrt er zu seiner Mutter zurück wieder da. Dieser Moment ist ruhig und liebevoll. Er symbolisiert nicht nur das physische Zurückkommen, sondern auch die emotionale Verbindung: Trotz seiner neu gewonnenen Selbstständigkeit bleibt die Bindung bestehen.
K Cree, Familie, Skaten. Ab 6, s.e. yf

Halliday, Thomas: Urwelten - Eine illustrierte Entdeckungsreise durch die Erdgeschichte.
Ill. von Gavin Scott.
A. d. Engl. von Friedrich Pflüger.
München: Hanser, 2026.
112 S., geb., Fr. 37.90.
(978-3-446-28449-4).
Thomas Halliday ist ein britischer Paläontologe, dessen wissenschaftliches Sachbuch "Urwelten" über ausgestorbene Ökosysteme zu einem Weltbestseller wurde.
Nun folgt eine illustrierte Variante des Themas für junge Leser und Leserinnen.
Zunächst wird anschaulich erklärt, was sich alles aus der Erforschung von Steinen und Fossilien ablesen lässt, dann werden Begriffe wie "Evolution" und "Ökosystem" skizziert, es wird die Internationale Geologische Zeitskala vorgestellt, man kann sich Karten der Vorzeit anschauen. Und dann beginnt die Reise durch die Erdzeitalter: Beginnend mit der jüngsten Epoche, dem Pleistozän, kann man sich langsam in die Vergangenheit vorarbeiten. Sechzehn Erdzeitalter, sechzehn Kapitel. Es wird jeweils das Geschehen an einem speziellen Ort vorgestellt. Zum Beispiel war die Schwäbische Alb vor 155 Millionen Jahren (Jura-Periode) eine Art Tropenparadies voller Riffe und Sandstrände. Die Riffe bestanden aus Glasschwämmen, das Riff am Südrand des heutigen Europas war 1600 Kilometer lang und somit das grösste lebende Wesen aller Zeiten. Im letzten Kapitel besuchen wir Ediacara in Australien vor 550 Millionen Jahren. Seltsame Organismen leben im Meer unter einem Mond, der näher an der Erde war als heute und einem Tag, der nur 22 Stunden währte, da sich die Erde damals schneller drehte.
Dies ist ein sehr gelungenes Sachbuch mit wunderschönen Illustrationen. Für jüngere Fossilien-Interessierte empfiehlt es sich, das Buch gemeinsam zu lesen. Je nach Interesse kann man dann intensiver in den Text einsteigen oder es bei kurzen Erklärungen belassen. Dieses Buch kann man sich oft anschauen, ohne dass es langweilig wird.
K Bildersachbuch Natur. Ab 8, e. dh